Die St. Pauli Orgel wurde am 23. Januar 2011 in einem Festgottesdienst eingeweiht.

Wir sind froh über das wunderbare klangschöne Instrument, mit dem nun alle unsere Gottesdienste musikalisch gestaltet werden.

Aufgrund der gut besuchten Gottesdienste, der immensen Nachfrage nach Taufen und Trauungen und der an Bedeutung gewinnenden kirchenmusikalischen Arbeit, hat der Kirchenvorstand der St. Pauli Kirche im März 2008 beschlossen, auf einen Orgelneubau zuzugehen. 40 Jahre hat sich die Gemeinde mit einem kleinen Ersatzinstrument behelfen müssen.
Mit der fachkundigen Beratung des Orgelsachverständigen, Herrn LKMD Hans Jürgen Wulf, wurde im Juli 2008 die Ausschreibung für einen Orgelneubau in der St. Pauli Kirche auf den Weg gebracht.
In Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Bauamt, dem Denkmalschutzamt und dem Orgelsachverständigen fiel im Februar 2009 die Entscheidung für den Orgelbaumeister Bartelt Immer aus Norden / Ostfriesland.
Überzeugen konnte Bartelt Immer vor allem durch seine Sensibilität für den Klang der selbst gebauten Pfeifen, seine hervorragende handwerkliche Ausführung und durch seine Verbindung zu Johann Hinrich Wohlien, dem ersten Orgelbauer der 1820 neu erbauten St. Pauli Kirche (Restaurierung von Orgeln von J.H. Wohlien in Spanien durch die Orgelbauwerkstatt Bartelt Immer).

In Anlehnung an die Orgel von Johann Hinrich Wohlien von 1822 entstand nun ein Instrument, welches klanglich den frühen Beginn der Romantik kennzeichnet. Die Orgelpfeifen erhielten Mensuren von Schnitger, Wohlien und Janssen.

Die Orgel hat 20 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Insgesamt spielen 1128 Pfeifen ganz unterschiedlicher Größe und Klangfarbe zusammen. Die größten Orgelpfeifen haben eine Länge von fast 3 Metern, die kleinsten sind nur wenige Zentimeter lang. Viele sind aus Metall, andere aus Holz gebaut. Von leisen, zarten Klängen bis hin zu deutlichen Fanfarensignalen, zum Beispiel mit der Pfeifenreihe „Trompete“, zaubern die verschiedenen „Sounds“ völlig unterschiedliche Atmosphären. Jede einzelne Orgelpfeife wurde von der Orgelbauwerkstatt Bartelt Immer in alter Handwerkstradition mit höchstem Anspruch und Liebe zum Klang selbst gegossen und später auf den Kirchraum abgestimmt.

Zeichnung für den Entwurf des Gehäuses der Richborn-Orgel
Ansicht der alten Wohlien-Orgel

Orgelhistorie

Kurze Orgelhistorie der St. Pauli Kirche

1687 Neubau Arp Schnitger, Hamburg

1718/21 Neubau Otto Dietrich Richborn, Hamburg

1814 Zerstörung von Kirche und Orgel durch die Franzosen

1821 Neubau Johann Hinrich Wohlien, Hamburg, in der neu erbauten Kirche
26 Register auf zwei Manualen
1905 Reparatur Paul Rother, Hamburg

1931/32 Neubau Wilhelm Sauer (Inh. Dr. h.c. Oscar Walcker), Frankfurt/Oder; Disposition und Mensuren Hans-Henny Jahnn
38 Register auf drei Manualen
1952 Umbau der Orgel
1968 Endgültiger Ausfall des Instrumentes durch mehrere trockene Winter

1968 Emil Hammer Orgel als Übergangslösung
6 Register auf einem Manual

1990 Fachgerechte Auslagerung der Sauer – Orgel durch die Firma Lobback auf den Dachboden der Kirche

2007 Dauerleihgabe der Sauer – Orgel an die Orgelstiftung Schloss Valley zum Zweck der Restaurierung

2011 Neubau Bartelt Immer, Norden/Ostfriesland
20 Register auf zwei Manualen

Hauptwerk:
1. Prinzipal 8´
2. Gambe 8´
3. Rohrflöte 8´
4. Octave 4´
5. Gemshorn 4´
6. Nasat 3´
7. Octave 2´
8. Mixtur 3fach
9. Trompete 8´

Positiv:
10. Doppelflöte 8´
11. Salicional 8´
12. Flöte 4´
13. Quinte 3´
14. Waldflöte 2´
15. Terz 1 3/5´
16. Dulcian 8´

Pedal:
17. Subbass 16´
18. Prinzipalbass 8´
19. Octavbass 4´
20. Pedalfagott 16´

Tremulant

Koppeln: I / II, I / Pedal, II / Pedal
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: mechanisch
Ladensystem: Schleifladen